Der richtige Umgang mit Feuer

Wie zündet man eine Kerze richtig an? Dem Umgang mit Feuer übten die Schulanfänger der Worfelder Kindertagesstätte "Im Baumgarten" im nahegelegenen Gerätehaus der Frewilligen Feuerwehr. Kerstin Knell-Engel (Dritte von rechts) und Gemeindebrandinspektor Erich Köth erläuterten dabei unter anderem das richtige Verhalten, wenn ein Brand ausgebrochen ist.

Wie zündet man eine Kerze richtig an? Dem Umgang mit Feuer übten die Schulanfänger der Worfelder Kindertagesstätte "Im Baumgarten" im nahegelegenen Gerätehaus der Frewilligen Feuerwehr. Kerstin Knell-Engel (Dritte von rechts) und Gemeindebrandinspektor Erich Köth erläuterten dabei unter anderem das richtige Verhalten, wenn ein Brand ausgebrochen ist.

15 gespannte Augenpaare sind nach vorn gerichtet. Leises Rascheln, Beine schlänkern an Stühlen, die eigentlich für Erwachsene gemacht sind, Aufregung macht sich breit. Ab und zu ermahnt Katrin Klink, Erzieherin im Worfelder Kindergarten "Im Baumgarten", die kleinen Gäste der Freiwilligen Feuerwehr Worfelden zur Ruhe. Für die Gruppe Vorschulkinder, die jetzt ins Feuerwehrgerätehaus im Hesselrod kamen, stand Brandschutzerziehung auf dem Programm, um im Notfall richtig handeln zu können.

Brandschutzerziehung gibt es seit etwa sieben Jahren, erläutert der Büttelborner Gemeindebrandinspektor Erich Köth im Gespräch mit dem ECHO. Köth leitete die Unterrichtsstunde gemeinsam mit Oberfeuerwehrfrau Kerstin Knell-Engel. Den Auftakt bildete eine bilderreiche Präsentation. Dabei wurde den Jungen und Mädchen erläutert, dass es gutes Feuer und schlechtes Feuer gibt und wie es sich unterscheidet.

Die meisten Kinder wussten bereits einiges und meldeten sich fleißig, um ihr Wissen unter Beweis zu stellen. Doch vieles war noch ganz neu, deshalb lernten sie beispielsweise, wie die Telefonnummer der Feuerwehr lautet, niemals ohne Erwachsene Feuer zu machen und vor allem sich bei einem Brand niemals zu verstecken.

Köth betont, dass ihm am wichtigsten sei, Kindern die Angst vor einer Bestrafung zu nehmen, wenn durch ihr Handeln ein Brandunglück verursacht worden ist. Die größte Sorge der Feuerwehrleute sei nämlich, dass sich Kinder aus Furcht in Schränken oder unter Betten versteckten, wenn ein Feuer ausbricht. Dazu gab es in der Präsentation ein eindrucksvolles Foto eines kleinen Mädchens mit rußgeschwärztem Gesicht auf den Armen seines Retters.

"Seht ihr was passiert ist?", fragte Köth die Kinder. "Das Mädchen ist verbrannt", tönt es ihm im Chor entgegen. Erstaunen und Furcht spiegeln sich in den Gesichtern der Kleinen.

Der kleine Tijan ist besonders eifrig mit dem Melden und weiß bereits, wie die Notrufnummer lautet und wie man eine Kerze anzündet. Dies ist eine der Übungen, die die Kinder an diesem Vormittag machen. Während die eine Hälfte der Gruppe mit Kerstin Knell-Engel zusammen lernt, Kerzen anzuzünden, zeigt Köth der anderen Hälfte mit Playmobilpuppen und Modellhaus, wie sich Rauch in geschlossenen Räumen ausbreitet. Fragen über Fragen prasseln auf Köth ein, bis zu dem Moment als der Rauchmelder losgeht.

Beim ohrenbetäubenden Piepsen halten sich die meisten Kinder die Ohren zu - und besonders Tijan weiß wieder gut Bescheid. Dabei kann er gar nicht so schnell sprechen, wie ihm die Gedanken durch den Kopf purzeln. Als Köth erklärt, dass es immer wichtig sei, die Tür zuzulassen, damit der Rauch sich nicht ausbreiten kann, antwortet Tijan, dass man im Keller meistens keinen Rauchmelder braucht, "weil das Feuer da nicht so schnell hin kann. In der ersten Etage", so Tijan zu Köth, "ist es ja da, wo der Rauch am schnellsten hinkommt." Da bleibt Erich Köth nicht viel mehr, als zu nicken.

Bei der folgenden Simulation von Notrufen werden die meisten Jungen und Mädchen dann doch wieder ganz schüchtern. Köth, der am Telefon sitzend die Fragen stellt, will wissen, was passiert ist, wie die Kinder heißen und wo sie wohnen - ganz so wie in Wirklichkeit. Jedes der Kinder ist stolz, wenn es den Anruf gemeistert hat.

Den größten Spaß haben ausnahmslos alle Jungen und Mädchen anschließend im Freien, als jeder einmal mit dem großen Feuerwehrschlauch Wasser spritzen darf. Die Kinder toben auf der Wiese vor dem Feuerwehrhaus durch den Wasserstrahl - und auch Knell-Engel bekommt eine Ladung ab, während sie die Fotos für die Internetseite der Worfelder Feuerwehr macht.